Officium

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Amazon.de Price: 16.99 (as of 06/07/2022 16:40 PST- Details)

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Achtung HIER: Jan Garbarek The Hilliard Ensemble Officium: ECM ; 1994; CD

Rezension

Ein Kunstwerk zu beschmieren, gilt gemeinhin als Barbarei – das hat nicht einmal der inzwischen zur Figur der Kunstgeschichte erhobene Sprayer von Z├╝rich gewagt. Und nach der Reinigung der Fresken in der Sixtinischen Kapelle d├╝rfte Rom f├╝r alle Sauberm├Ąnner und -frauen der Welt ein kulturpolitisches Reiseziel sein. Aber was etwa der ├ľsterreicher Arnulf Rainer mit ├╝bermalten Fotos der Atombombenkatastrophe von Hiroshima und anderen Vorlagen k├╝rzlich in Wien, was Dieter Schnebel mit der orchestralen ├ťbert├╝nchung von Schuberts Fantasie-Sonate gewagt hat, gilt l├Ąngst als sch├Âpferische Kategorie der authentischen Zeitebenen-Vermischung in der Kunst. Auf nachsch├Âpferischem Gebiet haben Vergleichbares nun der Jazz-Saxophonist Jan Garbarek und das A-cappella-Quartett der Hilliards versucht. Das Ensemble singt von gregorianischer Einstimmigkeit (um ein harmonisches Ba├čger├╝st bereichert) ├╝ber fr├╝he niederl├Ąndische Polyphonie (Perotin, Dufay) bis hin zu deren H├Âhepunkten bei Pierre da la Rue und Crist├│bal de Morales sakrale S├Ątze, die Garbarek mit dem Sopran- und Tenorsax kommentiert. Sie sind teils als improvisatorische Arabesken ins kirchentonartliche Umfeld gesetzt, k├Ânnen sich aber auch harmoniefremd als Konfliktpotential in der akustischen ├ťbermalung verselbst├Ąndigen. 150 Jahre nach Adolphe Sax’ Erfindung des Saxophons wird das Jazz-Instrument, das einst bei Jules Massenet als psychedelisch transzendierende Kraft in der E-Musik eingesetzt war, f├╝r diese zur├╝ckgewonnen. Das d├╝rfte manchen Jazz- und Klassik-Fan irritieren, aber das einzige, was man Garbarek vorwerfen kann, ist, da├č er nicht noch weiter in der konfliktreichen Verselbst├Ąndigung seines Instruments gegangen ist. Dem tr├Ągt die Tontechnik Rechnung, indem sie das Saxophon zu stark in den Vordergrund stellt. Dennoch: eine faszinierende Klangreise ├╝ber 77:41.

┬ę Stereoplay — Stereoplay

Wunderbar rein und klar klingen die Stimmen des Hilliard Ensembles, und ebenso nat├╝rlich schl├Ąngeln sich Jan Garbareks Tenor- und Sopransaxophon durch die mittelalterlichen Ges├Ąnge der vier Briten. Wie eine f├╝nfte Stimme wirken die Saxophon-T├Âne, und doch bewahren sie eine hauchfeine, angenehme Distanz zu den 15 Ges├Ąngen aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Die Begegnung fiel so intensiv aus, da├č sich nach G├│reckis ruhmreicher 3. Symphonie und den gregoriantischen Ges├Ąngen der spanischen M├Ânche wom├Âglich ein neuer Klassiker-Hit anbahnt.

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