At the End of the Day

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Amazon.de Price: 8.49 (as of 28/06/2022 14:44 PST- Details)

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Kurzbeschreibung

Es ist eine Frage, die Till Brönner durch seine Karriere begleitet: Wie interpretiert er den modernen Jazz? Was ist ihm musikalisch wichtig, am Ende des Tages? Bevor er auf sein neues Album zu sprechen kommt, erzählt er von einem Konzert auf dem Leipziger Mediencampus im April 2010: Ein Duett mit dem Perkussionisten Günther Baby Sommer. Ein pures Schlagzeug-Trompeten-Treffen als Soundclash der Jazz-Spezialisten. In der langen Geschichte des Jazz kann man immerhin auf internationale Größen wie Max Roach und Dizzy Gillespie oder Don Cherry mit Ed Blackwell verweisen, um Referenzbeispiele zu nennen. Geboren wurde diese Session im Rahmen der Stabübergabe der Professur an der Dresdener Hochschule für Musik von Sommer an Brönner. Ein Freestyle-Set, das zu seinem Verständnis von Vielseitigkeit gehört.

Till Brönner schätzt den weiten Horizont, mit dem er, der hochdekorierte Jazzer durch die Welt der Musik streift. Er treibt das experimentelle Spiel auf seinem hometurf genauso voran wie er sich intensiv mit anderen Genres beschäftigt. Ein wichtiger Aspekt für das neue Album At The End Of The Day, das Songs aus fünf Jahrzehnten Popgeschichte interpretiert. Pop, nicht Jazz! Und das zudem einen Ausflug zu Johann Sebastian Bach unternimmt. Er ahnt bereits, dass bei seinen Arrangements von den Beatles über Bowie bis hin zu den US-Rockern The Killers grundsätzliche Fragen auftauchen werden. Etwa: Warum macht der das? Oder auch: Darf der das überhaupt, so als vielfach ausgezeichneter Trompeter, der im Laufe seiner 25jährigen Karriere vier Echos und eine Grammy-Nominierung erhielt, dessen Tonträger in der ganzen Welt schon mehr als eine Millionen mal verkauft wurden und der mit den Größten der Jazz- und Popwelt gearbeitet hat? Grundsatzfragen, die ihn ein wenig nerven. „Ich stelle mich kontinuierlich diesen Jazz-Welten. Und dort entstehen dann neue, andere Sachen. Ob man diese allerdings auf einem Album veröffentlichen muss, steht auf einem anderen Blatt.“ Till Brönner hat sich seit längerem dafür entschieden, seine eigenen Maßstäbe zu setzen.

Nach Oceana (2006) und der Bossa-Nova-Hommage Rio (2008) stöbert er 2010 in einer universalen Pop-Bibliothek: „Wir haben das `Rio`-Programm ausgedehnt auf Konzerten in der ganzen Welt gespielt, ohne genau zu wissen, wohin die nächste Reise fĂĽhren wird. Gleichzeitig habe ich die Begegnungen mit anderen KĂĽnstlern intensiviert. Daraus ist eine Sammlung entstanden, die kunterbunter nicht hätte sein können. Faszinations-FundstĂĽcke aus meinem Leben, die ich letztlich danach ausgewählt habe, welche Möglichkeiten sie mir fĂĽr den eigenen Ausdruck bieten.“ Brönner fiel die Wahl der 12 besten aus den etwa 30 Referenzsongs relativ leicht. „Während der Produktion haben wir die `Temperatur` fĂĽr meine Stimme flieĂźend erarbeitet. Letztlich konnte ich dann auf At The End Of The Day in Personalunion – als Trompeter und Sänger – agieren.“

Brönner bekräftigt, dass er auf musikhistorische Zusammenhänge verzichtet hat. „Space Oddity“ von Bowie steht genauso als eigenständiges Statement, wie es keine inhaltliche Brücke zwischen „Human“ von The Killers und „Human“ der britischen New-Wave-Band Human League gibt. Seine Trompete führt „Air“ aus der 3. Orchestersuite von Johann Sebastian Bach in andere Sphären, genauso wie alle anderen Titel von seinem unverkennbarem Trompetenspiel leben. Brönners neues Album ist purer, ganz persönlicher Eklektizismus. Er durchkreuzt freischwebend ein Pop-Universum, bei dem die Beatles der frühen Sechziger auf das amerikanische 70er-Duo Seals & Croft („Summer Breeze“) treffen.

Die Aufnahmen entstanden – nach voran gegangenen Auswärts-Produktionen in Brasilien und Los Angeles – diesmal im heimischen Berlin: „Wir haben uns bewusst mit einer kompletten Live-Band für 2 Wochen ins Planet Roc-Studio zurückgezogen. Dort im alten DDR-Funkhaus gibt es große, hohe Räume, in denen die alten, analogen Instrumente optimal zur Geltung kommen konnten. Dort haben wir alle Songs zusammen Live eingespielt. Diese organische Stimmung beim Aufnahmeprozess war mir sehr wichtig. Im Anschluss habe ich mit langjährigen musikalischen Freunden von mir auf der ganzen Welt an den Titeln weiter gearbeitet. Für die Streicher-Recordings sind wir z.B. in Los Angeles ins legendäre Capitol Studio gegangen, die Holzbläser wurden in Stockholm aufgenommen.“

Hinter den Reglern saß erstmals der Produzent Andreas Herbig, der bislang ganz unterschiedliche Projekte mit Udo Lindenberg, A-Ha oder Ich + Ich betreut hat. Ein inspirierender Arbeitsprozess, bei dem es nicht darum gehen sollte, den Arrangements einen bestimmten (Pop-)Sound zu verordnen. „So läuft das ja nicht!“, sagt Brönner. „Andreas Herbig und Henrik Menzel haben die Rohstoffe, die wir ihnen angeboten haben, eher gehegt und gepflegt. Ich habe in den letzten Jahren schließlich selbst öfters in der Produzentenrolle gestanden und sie wiederum sind auch Musiker. Insofern sind keine unterschiedlichen Welten aufeinandergeknallt, sondern es kam genau zu diesem inspirierenden Austauschprozess, den ich mir vorgestellt hatte.“

Till Brönner betrachtet die Geschichte des Pop auf seine eigene Art. Wenn man ihn danach fragt, diskutiert er mit Freude ĂĽber die kĂĽnstlerischen Strategien von Lady Gaga und Amy Winehouse oder den Minimalismus von Techno. Doch mit seiner Musik zielt er in eine andere Richtung. Trends oder Strömungen des Undergrounds ĂĽberlässt er anderen – und widmet sich einem Herzensthema: Der Zeitlosigkeit.

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Der 1971 in Viersen geborene Trompeter war schon immer ein musikalischer Grenzgänger. Diesem Ruf wird er auch auf At The End Of The Day wieder mehr als gerecht. Zwei Jahre nach Rio, dem letzten Album, seiner gelungenen Hommage an den Bossa Nova, widmet er sich diesmal mit ganzer Kraft dem Pop. Und seine Definition schlieĂźt, neben zeitlosen Songs aus den letzten fĂĽnf Jahrzehnten, durchaus auch Johann Sebastian Bachs Komposition “Air” aus der 3. Orchestersuite mit ein. Er ist und bleibt auch eben auch auf dieser Platte ein begnadeter BrĂĽckenbauer, der mit Spielwitz und Ideen gegen längst ĂĽberkommene Stilgrenzen vorgeht. Das mag nicht jedem Jazz-Puristen gefallen, ist aber letztlich auch egal, denn Till Brönner gelingt es auch mit dieser Platte wieder, sich ganz neu zu erfinden und trotzdem seine bekannten Tugenden nicht ĂĽber Bord zu werfen. Auf At The End Of The Day arbeitete er erstmals mit dem Produzenten Andreas Herbig (Ich+Ich, a-ha, Udo Lindenberg) zusammen. Gemeinsam mit einer versierten Liveband spielte Brönner in den Berliner Planet Roc Studios sein bisher wohl zugänglichstes Album ein. Wer deshalb hier gleich mangelnden Tiefgang vermutet, der liegt komplett falsch. Der Trompeter und Sänger präsentiert sich in StĂĽcken wie “Summer Breeze”, im Original von Seels & Croft, oder David Bowie’s “Space Oddity” in bestechender Form. Man hört den Aufnahmen den SpaĂź, den alle Beteiligten daran hatten, förmlich an. Besonders gelungen sind neben dem samtweich dahingleitenden “We Said It All” vor allem seine beschwingte Version des Titels “Human” von The Killers. –Franz Stengel

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